Tbilisi-Programm

Nach Tiblisi  werden Intellektuelle eingeladen, um die Rolle der Kultur in Zeiten des Krieges und der Krise, die Neuordnung und Neujustierung des gesellschaftlichen Konsens zu diskutieren, sich mit Kulturschaffenden aus Georgien auszutauschen und zu vernetzen.

Für das Treffen in Tiflis sind folgende Fragestellungen impulsgebend: Welchen Beitrag leistet Kultur (als „soft power“, Joseph S. Nye) in den Zeit der Transition/Transformation? Welche neuen Räume eröffnen sich für sie in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Krisen- und Umbruchsituation, und wo stößt sie an ihre Grenzen? Wie werden Realitäten konstruiert, welche Strategien/Sprache werden dabei genutzt? Was kann die Kultur dem Krieg, der Gewalt, modernen Propagandamaschinerien, der Sprache des Hasses und der Dämonisierung des Anderen entgegensetzen? Wie weitreichend sind die ihre Mittel, um sich Polarisierungen und binären Codes der Propaganda zu entziehen? Wie verändern sich die Verantwortlichkeiten für den gesellschaftlichen Konsens dabei? Wie trägt Kultur zur gesellschaftlichen Reife bei?

 

11. Dezember 2015, 18.00 Uhr

Europe House, 1 Freedom sq, Tbilisi

Panel 1: Kultur und Wandel

In Umbruchsituationen sind Künstler Beobachter und Handelnde zugleich. Aus ihren  Beobachtungen und Aktionen entstehen Kunstwerke, die diese Veränderungsprozesse sichtbar machen, Konflikte aufdecken und verschiedene Perspektiven aufzeigen. Dabei sind die Künstler wie alle anderen Mitglieder der Gesellschaft gleichermaßen der Unvorhersehbarkeit von Ereignissen ausgesetzt. Das Podium „Kultur und Wandel“ geht der Frage nach, wie sich dieser Interaktionsprozess zwischen dem Künstler und der Umwelt im Umbruch, zwischen Handeln, Beobachten, Dokumentieren und Verwandeln vollzieht. Dabei sollen ebenso die unterschiedlichen gesellschaftlichen Bedingungen in den beteiligten Ländern in den Blick genommen werden und auch schmerzhafte, konfliktträchtige Punkte der Umbruchsgesellschaften  nicht ausgespart bleiben.

Mit Gia Nodia (Georgien), Yaroslav Minkin (Ukraine), Viktoria Lomasko (Russland), Christiane Bauermeister (Deutschland). Moderation: Giorgi Tskhadaia (Georgien)

 

12. Dezember 2015, 18.00 Uhr

Europe House, 1 Freedom sq, Tbilisi

Panel 2: Kampf der Intellektuellen?

In Umbrüchen ändert sich alles: die politische Führung, die ökonomischen Bedingungen, die sozialen Beziehungen, die Werte und Referenzpunkte im alltäglichen Leben. Bislang funktionierende Deutungsmuster und historische Erfahrungen bieten keine Ansätze zur Erklärung und Bewältigung aktueller Krisen. Die daraus resultierende Unsicherheit lässt Ängste entstehen, die häufig nicht als Ängste geäußert, sondern in scheinbar reflektierten Debatten überspielt werden. Die Podiumsdiskussion geht der Frage nach, wie das Zusammenspiel von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen sich in aktuellen Krisen ändert, wie Intellektuelle ihre Neugestaltung mitbeeinflussen und welche Konflikte daraus entstehen. Von besonderem Interesse sind dabei die unterschiedlichen Gewichtungen der einzelnen Faktoren in den beteiligten Ländern.

Mit Lasha Bughadse (Georgien), Stephan Wackwitz (Deutschland), Kateryna Botanova (Ukraine). Moderation: Anna Samadaschwili (Georgien)

 

19.00 Uhr: Live-Schalte nach Berlin

 

20.00 Uhr

Konzert und Künstlerinnengespräch mit Mariana Sadovska (Ukraine)

Moderation: Tamuna Gurchiani

 

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